Uss meinsa per l’emprema jada üna segunda jada in ün pajais. In tec veini schon viu da Chile. Sco chi Tschütta ora ca 1’000 km pli el süd saveis leger cheu.

Zuerst mal machen wir einen kurzen Stopp und ein Foto auf der eigentlichen Grenze. Diese ist gefühlt komplett im Niemandsland. Wir fahren also weiter durch Chile ohne offiziell eingereist zu sein, ein bischen mulmig ist es uns. Niemandsland kennen wir von vielen Grenzen, aber so lange war dies noch nie. Die Schotterpiste verschlechtert sich und die Höhe nimmt wieder ab. Bald treffen wir in einem Tal auf den chilenischen Grenzposten. Kennen wir doch schon, also versuchen wir alles besser zu machen, als letztes Mal. Offenes Getreide aufgegessen, Fleisch schon lange verzerrt und Honig haben wir erst gar nicht gekauft. Einreise für uns ist einfach, doch dann kommt die Kontrolle von unserer Zweizimmer-Wohnung auf Rädern. Im Kühlschrank haben sie nix zu motzen auch wenn die kleine giftige Grenzbeamtin schon nervös wird. Ihr Kollege bleibt aber ruhig. Sie findet die aaaach so gefährlichen Ricolas, denn diese haben ja Miel, also Honig auf die Verpackung geschrieben. Bei den Chips meint sie auch, dass die Kartoffeln drin haben, was ihr Kollege nur mit einem müden Lachen quittiert und wir dürfen’s behalten. Leider geht sie genug grob durch unsere Lebensmittelkiste, dass die Chips am schluss nur noch aus Krümmeln bestanden. Weg nimmt sie nichts, aber sie macht’s ungeniessbar und dem Grenzübertritt einen faden Beigeschmack.

Die Strasse verbessert sich auch nach dem Grenzübertritt nicht und bald wagen wir uns in die Tiefen der chilenischen Minenaktivität. Jeder Hügel sieht aus wie ein Schweizer Käse, die Staubschicht überall zentimeterdick. Kein Ort an dem man als Turi seine Freude findet. Die Strassen werden besser aber dafür heizen hier die grossen LKWs ohne mit der Wimper zu zucken die Strassen rauf und runter. Uns fällt auf, dass die Minen entweder in Kanadischer oder in Asiatischer, meist koreanischer Hand sind. Unser erster Schlafplatz ist etwa 500 Meter von der Hauptstrasse zwischen einigen kleinen verlassenen Kieshügel. Wir nehmen unsere Stühle raus und stossen an auf unseren erfolgreichen Grenzübertritt aber vorallem auch auf ein Jubiläum. Unser kleines Auto hat zwar bereits in Argentinien seine 200’000 Kilometermarke geknackt, ist aber ganz froh dass wir dort noch nicht die Gutter geöffnet haben. Der erste Schluck vom guten Maxima Altura Wein bekommt unser Geburtstagsknabe, aber weil er doch stärkeres braucht, öffnen wir noch den Reserverkanister und geben ihm 10 Liter von dem guten 97er Benzin. Wir setzen uns in die Stühle und geniessen unseren feinen Wein. Bald merken wir, dass es hier einen wunderschönen Sternenhimmel gibt und bestaunen und versuchen zu fotografieren mit unseren beschränkten Mitteln.

Als erstes müssen wir in Chile wieder heile Chips einkaufen, denn die anderen sind dem Sternenhimmel zum Opfer gefallen ;) Wir finden einen grossen Supermarkt und merken, dass es hier eine sehr europäische Auswahl von Lebensmitteln hat. So kaufen wir gleich Mal Churcrut (Auflösung, was das ist beim Blog Ende Argentinens wo wirs gegessen haben). So bepackt machen wir uns auf den Weg Richtung Meer. Unser Ziel ist es hier tauchen zu gehen. Wir wollen wieder Mal Salzwasser schnuppern und haben gelesen, dass es ganz gute Tauchspots- und schulen hat. Unsere ersten Versuche sind leider nicht von Erfolg gekrönt. Die einen können nicht und bei anderen wollen wir nicht. Zum Trost kaufen wir uns bei einem kleinen Souvenirstand noch einen Haifischzahn als andenken. Der nächste Tag verbringen wir an einem der Orte wo man die meisten Fossile in Südamerika gefunden hat. Diesmal haben wir’s aber geschafft in einem archäologischen Park, statt in einem Freizeitpark zu landen. Unter anderem wird uns erklärt wie der Megalodon lebte, was für ein riesiges Maul der hatte und das man Walfischknochen mit Zahnabdrücken, die dem Urhai zugeordnet werden, gefunden hat.

Bald fahren wir die Küste runter, halten in kleineren oder grösseren Fischerdörfern und geniessen unsere Zeit am Meer. Bei einem kleinen Nationalpark treffen wir noch zwei Schweizer die mit ihrem Pickup Camper unterwegs sind und tauschen mit ihnen gute Tipps aus. Da wir das Tauchen noch nicht aufgegeben haben, fahren wir in ein kleines Dorf, dass uns von Anfang an super gefällt. Die Traditionen sind verankert und werden teils noch gelebt, und die Touristen sind willkommen und werden nicht abgefertigt. Wir finden eine nette kleine Tauchschule und fühlen uns sehr richtig an dem Ort. Die Reviews sind zwar nicht die besten, aber das Material und die Leute machen uns einen sehr guten Eindruck also machen wir für den nächsten Tag einen Termin ab. Wir bekommen einen 7 mm Neopren, darunter noch ein 2 mm Neoprenshirt, Füsslinge und eine Kopfbedeckung. Bald werden Taucher und Material auf einen Pickup geladen und wir freuen uns und haben Angst zum ins Wasser hüpfen. Nein keine Angst zum Tauchen, aber das Wasser ist mit 13° kälter als wir je getaucht haben. Auf dem Boot aufs Meer steigt die Anspannung und wir freuen uns trotzdem zum wieder mal durchs Salzwasser zu atmen. Im Wasser sind die ersten zehn Minuten, dann okay. Wir tauchen durch wunderschöne Kelpwälder, sehen wie nährstoffreich das Wasser ist und finden sogar noch kleine herzige Krebschen. Die nächsten zwanzig Minuten, werden aber ganz schön kalt. Nur die wunderschöne Unterwasser Landschaft hindert uns daran der Kälte zu verfallen. Obwohl wir normal ca 50 Minuten mit einem Tank unten bleiben können, ist es hier eher bei 30. Durch die Kälte verbrauchen wir viel mehr Sauerstoff. Leider ist das Wetter nicht super, also wärmen wir uns nur mässig auf, im Boot. Bald startet dann auch unser zweiter Tauchgang. Wir gehen wieder ins kalte Nass und die Temperatur hat sich gefühlt kein bisschen geändert. Uns besucht aber noch ein Seehund und wir tauchen zu einem riesigen Anker mit Kette der hier vergessen wurde. Vom Schiff leider keine Spur. Wir freuen uns als dieser Tauchgang vorbei ist, auch wenn wir es sehr genossen haben. Auf der Rückfahrt schlottern wir um die Wette. Wir bedanken uns, verabschieden und sind froh als die Heizung in unserem Auto langsam warm wird. Am Abend gehen wir noch in ein Museum wo gezeigt wird, wie sie früher Boote aus Seehundhaut gemacht haben und setzen uns dann zu unseren chilenischen Tauchkollegen an einen Tisch zum Essen.

Die nächsten Tage geht’s erst nach Süden und dann ab nach Osten. Wir gehen rein in das Valle del Elqui. Pisco- und Sternenliebhabern sollte dies ein Begriff sein. Zuerst freuen wir uns aber über die Wärme die hier herrscht und das wir endlich Mal zur richtigen Mondzeit am Sterne schauen sind. Die ersten Tage werden aber den Piscoherstellern gewidmet. Dies ist eine der einzigen Regionen in Chile in der Weinbrand auch Pisco gennant werden darf. Wir geniessen die Führungen durch Rebberge, die handwerklichen Maschinen und dann auch die Verkostung des Endprodukts, und merken bald dass der gesüsste Pisco Sour meistens nix für uns ist. Wir füllen unser kleines Auto mit ein paar Reiseguttern und melden uns dann bei einem sympathisch tönenden Astronomen. Der Typ erzählt alles mögliche über Sterne, aber das schönste ist dann doch selbst mit dem Teleskop die kleinen Lichter am Himmelskörper, als grosse Planeten mit Monden und Sternennebel zu sehen. Wo wir ein Licht sehen, sieht das Teleskop, eine ganze Galaxie. Wir nehmen uns zum Vorsatz, dies auch zu Hause mal zu machen, und nicht nur auf die Ferien zu beschränken. Bald ruft uns schon wieder die Grenze. Die Schotterpiste weiter das Tal nach hinten führt uns nochmals zu einem sehr abgelegenen Pass zwischen Argentinien und Chile und bald sind wir bereit auch Argentinien das zweite Mal zu betreten.

Nossa segonda jada a Chile d’eira cuort, ma divers in quai cha vain viss e fat. Alch cha vain ossa schon impraiss: il vin es melder in Argentinia, ma chips staini jalder in Chile. Zweifel nun es bler meglder, oder forza staini tuorner per avair darchau il gust?

 

 

Übersetzungshilfe =)